Was ist Omaha?

Omaha ist die zweitbeliebteste Pokervariante überhaupt. Die Spieler erhalten vier Karten ausgeteilt und bilden mit genau zwei Ihrer vier Startkarten und drei Gemeinschaftskarten eine Pokerhand, die aus fünf Karten besteht.

Die Omaha-Basics

Ehe Sie die Spielmechaniken von Omaha Poker vollumfänglich begreifen, empfiehlt es sich, sich mit den unterschiedlichen Handstärken auseinanderzusetzen, indem Sie sich die Übersicht der Rangfolge der einzelnen Kartenkombinationen durchlesen.

Vor dem Start der ersten Setzrunde bekommen alle Spieler vier verdeckte Karten, auch Hole Cards genannt, ausgeteilt. Diese Karten werden in Kombination mit den Gemeinschaftskarten genutzt, um eine Pokerhand mit fünf Karten zu bilden. Bei Omaha ist es erforderlich, exakt zwei der Hole Cards zu verwenden. Dies unterscheidet sich von anderen Pokervarianten wie Hold'em, bei der Spieler die Option haben, beide, eine oder gar keine ihrer Hole Cards zum Bilden einer Pokerhand zu nutzen.

Bevor die erste Setzrunde startet, werden vorgeschriebene Einsätze, bekannt als Small und Big Blind, in den Pot eingezahlt (zusätzlich zu eventuellen Antes, falls es sich um Spiel oder Turnier mit einer solchen Regelung handelt). Die erste Setzrunde erfolgt im Uhrzeigersinn, basierend auf der Position der Spieler am Tisch. Die Spieler machen ihre Bets bzw. Raises entsprechend den im Glossareintrag unter Aktion beschriebenen zulässigen Möglichkeiten.

Nach Abschluss der ersten Setzrunde (Preflop-Phase) folgt die Postflop-Phase des Spiels. Die ersten drei Gemeinschaftskarten werden aufgedeckt. Dabei handelt es sich um den sogenannten Flop. Eine erneute Setzrunde findet statt, daraufhin wird eine weitere Gemeinschaftskarte, der Turn, aufgedeckt. Eine finale Gemeinschaftskarte, der River, wird offen in die Tischmitte gelegt, gefolgt von einer letzten Setzrunde.

Danach kommt es zum Showdown, dem Punkt im Spiel, an dem die Spieler die Stärke ihrer Hole Cards aufdecken. Die stärkste Hand gewinnt den Pot, d. h. alle Chips, die in dieser Runde gesetzt wurden. 

Die Spielregeln sind mit denen von Hold'em weitgehend identisch. Es gibt jedoch einige Ausnahmen:

  • Es müssen genau zwei Hole Cards verwendet werden, um eine Pokerhand zu bilden.
  • Die Spieler erhalten vier statt zwei Karten ausgeteilt.
  • Omaha wird in der Regel in einem Pot-Limit-Format gespielt.

Beispiel für die Verwendung des Begriffs Omaha in einem Satz -> Hold'em ist nach wie vor die beliebteste Pokervariante, aber Omaha hat in letzter Zeit an Popularität gewonnen.

Die wichtigsten strategischen Konzepte bei Omaha

Bei Omaha ist es wesentlich einfacher, eine starke Hand zu bilden als bei Hold'em. Da viele Omaha-Spieler meist einen Hold’em-Hintergrund haben, neigen sie häufig dazu, die eigenen Handstärke falsch einzuschätzen. 

Nehmen wir als Beispiel die häufig überbewertete Hand AAxx. Allerdings sind nicht alle AAxx-Kombinationen gleichwertig. So gibt es viele Kombinationen mit unbedeutende Side Cards – wie etwa AA72-rainbow. Wer einen Hold'em-Hintergrund hat, könnte geneigt sein, AA als unschlagbare Hand anzusehen und nicht realisieren, dass Anpassungen notwendig sind.

Darüber hinaus bereiten auch Fünf-Karten-Kombinationen, die nicht die stärksten (Nuts) sind, Omaha-Spielern oft Schwierigkeiten. Straßen, Flushes oder Full Houses, die nicht die Nuts sind, können zu einem kostspieligen Fehler werden, wenn sie zu aggressiv gespielt werden. Da Premium-Hände bei Omaha leichter zu bilden sind, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein anderer Spieler eine stärkere Hand hat, deutlich höher. In vielen Situationen kann beispielsweise ein schwacher Flush praktisch wertlos sein, wenn ein anderer Spieler mit seinen Aktionen Stärke ausstrahlt.

Ein weiterer gängiger Fehler, den Omaha-Anfänger machen, ist die fehlerhafte Einschätzung ihrer Hand. Sie sind sich oft nicht der Regel bewusst, dass genau zwei der Hole Cards verwendet werden müssen. Sollten vier Gemeinschaftskarten in Herz auf dem Board liegen und Sie haben das Herz-Ass auf der Hand, könnte ein Anfänger fälschlicherweise denken, er hätte einen Flush, obwohl das nicht der Fall ist.

Hier sind einige allgemeine Tipps, die auch für Hold'em und andere Varianten gelten:

  • Obwohl sich schwache Starthände zu starken Made Hands verbessern können, ist es immer noch sinnvoll, mit einer kleinen Auswahl an Händen in den Pot einzusteigen.
     
  • Es ist ein wertvoller Vorteil, "in Position" (IP) zu sein (in jeder Setzrunde als Letzter zu handeln). Sie sollten deshalb darauf achten, dass Sie nicht zu viele Hände spielen, wenn Sie Out of Position (OOP) sind.
     
  • Sie sollten sich mit den mathematischen Grundlagen des Pokerspiels vertraut machen. Sehen Sie sich dazu unsere Glossareinträge zum Thema Pot Odds, Implied Odds, Equity, EV-Berechnungen, Outs und Erwartungswert an.
     
  • Geduld und ein starkes Mindset sind die Grundlage für eine erfolgreiche Pokerkarriere – egal, ob Sie No-Limit Hold’em, Pot-Limit Omaha oder eine andere Pokervariante spielen. Für weitere Informationen siehe den Glossareintrag zum Thema Mindset.