$ 88 GRATIS KEINE EINZAHLUNG NÖTIG Teilnahmebedingungen

Kara Scott über Pokern und Fernsehen – in ihren Worten

Autor:
Font Size
A A A

2005...

PING...

Sie haben Post...

„Hallo Kara, ich wollte nur wegen der Nachricht nachfragen, die ich Ihnen hinterlassen habe. Wir möchten Ihnen einen Job anbieten...“ 

Ich habe mich niemals vorher oder nachher so schnell bewegt wie in diesem Moment – ich suchte fieberhaft nach meinem Telefon, bevor dieser mysteriöse „Job“ wieder verschwinden würde.

SKY Channel 226. Ein junges Unternehmen mit dem Namen „PokerZone“ wollte mich doch tatsächlich als TV-Gastgeberin – bezahlt! So richtig für Geld, mit allem Drum und Dran. Nach Monaten am Existenzminimum und wirklich zu vielen Reis-mit-Bohnen-Mahlzeiten dachte ich, dass dies nur Wunschdenken sei oder mir meine Fantasie einen Streich spielt. In Wirklichkeit war es aber der Anfang von allem.

„Live the Game”

Was Slogans betrifft, so gibt es wohl kaum einen, der meine letzten zehn Jahre besser beschreiben könnte. Als ich diese schicksalsträchtige E-Mail erhielt, konnte ich mir noch nicht vorstellen, wie wichtig das Pokerspiel für mich noch werden würde. Dieses Spiel hat mein Leben auf eine sehr konkrete Weise verändert. Ich habe dadurch einige meiner besten Freunde kennengelernt, meine wichtigsten TV-Jobs bekommen und insgesamt wurde es zu einem Hobby, das mich stets fesselte und dazu noch lukrativ wurde. Nicht zu vergessen, dass ich darüber meinen Mann kennengelernt habe (und wo sonst hätte ich wohl einen italienischen Online-Pokerspieler treffen können?), und dass ich dabei Dinge gelernt habe, die ich Tag für Tag in meinem leben und meiner Arbeit anwende.

Ich habe immer daran geglaubt, dass man am besten durch Erfahrung lernt. Als ich (nur kurz) in London als Lehrerin arbeitete, kam ich am besten mit Kindern zurecht, die man als „kinästhetische Lerner“ bezeichnet. Für sie muss etwas erlebbar sein, sie müssen es anfassen, ausprobieren, in der Hand halten und von allen Seiten betrachten können, um etwas wirklich gut zu verstehen. Für meine Karriere mit dem Pokerspiel und im Fernsehen gilt genau dasselbe, obwohl ich bei beidem durchaus mit einer formellen Ausbildung begonnen habe.

Ich habe beim Pokern sehr viel über meinen Job (aus dem bald eine Karriere wurde) gelernt, und beide Bereiche weisen wirklich enorme Ähnlichkeiten auf. Ich bin immer dem Motto „Live the Game“ gefolgt, und hier ist etwas von dem, das ich gelernt habe.

Aggressionen sind nicht immer etwas Schlechtes

Ob Sie es glauben oder nicht, bevor ich zum Pokern kam, war ich ein ziemlich ängstlicher Mensch. Wenn man mir vor 15 Jahren gesagt hätte, dass ich Livesendungen auf ESPN für eine Million Zuschauer moderieren soll, wäre ich sofort in Ohnmacht gefallen. Oder hätte mich übergeben. Für beides stehen die Wetten gleich.

Ich gehörte zu der Art von Menschen, die immer und überall ein wenig nervös wirken. Ich mochte keine lauten Stimmen, und ich hasste Konflikte. Ich sagte immer "Ja!" zu allem. Viel zu oft gab ich allen anderen einfach nur nach. In meinem Lehrerjob bedeutete dies, dass ich oft zugab, dass eine andere Person NATÜRLICH besser geeignet war, ein Projekt zu leiten oder zusätzliche Verantwortung zu übernehmen.

Natürlich brauchte ich die Gehaltserhöhung nicht WIRKLICH (obwohl ich sie wirklich bitter nötig hatte). Ich konnte einfach nicht für die Dinge kämpfen, die ich wollte oder brauchte, weil ich einfach nicht wusste, wie, oder weil ich mich nicht dabei wohlfühlte, etwas nachdrücklich zu wollen, vor allem dann nicht, wenn mich dies in Auseinandersetzungen mit anderen brachte.

Ich habe das noch nicht vollständig abgelegt. Ich fühle mich immer noch ein wenig schuldig, wenn ich einem netten, aber nervösen Neuling am Pokertisch seine Chips abnehme. Wenn ich sehe, dass eine Veranstaltung jemandem sehr viel bedeutet, und dieser jemand wirklich viel Spaß hat, möchte ich nicht unbedingt diejenige sein, die ihm alles verdirbt. Das heißt nicht, dass ich es nicht TUE, aber es bricht mir schon manchmal das Herz. 

Eine der besten Lektionen, die ich beim Pokern gelernt habe, ist, dass Aggressionen nicht immer etwas Schlechtes sind. Bei diesem Spiel gibt es überhaupt keinen Grund verschämt oder schüchtern zu sein. Beim Pokern lasse ich meine Chips in Situationen laut und fordernd sein, in denen ich ansonsten eher nachgegeben hätte. Ich habe einige Jahre gebraucht, bis ich dies auf mein übriges Leben übertragen habe, der Unterschied war jedoch gewaltig.

Ich verstand, dass Aggressivität und forderndes Auftreten einfach nur Werkzeuge sind, und über Werkzeuge zu verfügen, die man dann nicht verwendet, ist so, als ob man sagt „Ich erhöhe kein Gebot. Niemals. Das ist schlechtes Benehmen.“ Das wäre doch einfach lächerlich. Es ist sehr sinnvoll, seine Chips oder seine Fähigkeiten zu nutzen und zu sagen: „Hey, ich bin die beste für diesen Job.“

Vielleicht denken Sie, dass es schon etwas seltsam ist, dass eine derart schüchterne Person im Fernsehen gelandet ist. Ja, das sehe ich auch so. Ich habe schon mein ganzes Leben die Gewohnheit, meine Komfortzone zu verlassen, um zu sehen, was passiert. Deshalb habe ich mich auch an der Universität mit Muay Thai beschäftigt; am Anfang war ich so schlecht darin und so hart zu mir selbst, dass mein Lehrer mir später sagte, dass er sich stets wunderte, dass ich mich überhaupt damit befasste. Schließlich habe ich aber (in aller „Bescheidenheit“) einige Pokale gewonnen, die harte Arbeit hat sich also ausgezahlt. Ich war nie eine „professionelle Kämpferin“, wie manche Zeitungen wissen wollten, wirklich schlecht war ich aber schon gar nicht. Die Pokale habe ich nicht nur fürs Mitmachen gewonnen.

Mit dem Pokern konnte ich das neue Selbstbewusstsein, das mir der Kampfsport gab, noch persönlicher machen. Beim Texas Hold’em lernt man sehr schnell, dass sehr viele Neulinge einfach nicht aggressiv genug sind. Und dies gilt für die verschiedensten Menschen.

Ich war einmal zu Gast bei einem bedeutenden Technologie-Unternehmen in den USA, der einer Gruppe lächerlich selbstbewusster Millionäre und Milliardäre im Rahmen einer privaten Wohltätigkeitsveranstaltung das Pokern beibringen wollte. Da es privat war, kann ich nicht sagen, wer der Gastgeber und wer die Gäste waren, aber es war ein Batman dabei. Davon gibt es so viele, dass ich nicht allzu viel damit verrate.

Ich erklärte den Neulingen die Regeln des Spiels und machte äußerst deutlich, wie wichtig dabei eine gesunde Aggressivität ist. Ich habe mich wirklich bemüht, dies absolut klar zu machen. Dann wurde ein kleines Spiel begonnen, damit alle ihre neuen Fähigkeiten ausprobieren konnten. Ich beobachtete diese supertalentierten, intelligenten, märchenhaft erfolgreichen und sehr wettbewerbsorientierten Leute und sah, wie sie praktisch bei jedem Blatt bei lahmen Family Pots endeten. 

Damit will ich zweierlei sagen: 1., dass ich schon mal für (einen) Batman gearbeitet habe, und 2., dass Angst vor Aggressivität etwas ist, das jedem passieren kann. Festes Auftreten ist nichts, das immer von selbst kommt – dann muss man es eben spielen. Beim Pokern und bei der Karriere.

Sicher ist es ein Klischee, dass man seinen Weg nach oben bluffen kann und muss, es funktioniert aber sehr gut.

Manchmal tut es weh

Als ich damals mit der Fernseharbeit begann, ging ich von Casting zu Casting, und meistens hatte ich es mit Produzenten zu tun, die ganz einfach dachten, dass ich nicht die richtige Person für die Rolle war. Ich musste lernen, diese Ablehnungen an mir abperlen zu lassen, da man eben nicht jedes Blatt gewinnen kann – beim Fernsehen wie beim Pokern. Wenn sich jede Zurückweisung zu Herzen nimmt, wendet man sich schnell anderen Dingen zu, die weniger weh tun. Beim Pokern habe ich zu akzeptieren gelernt, dass man manchmal eben auch verliert. Und damit müssen wir klar kommen.

Wie oft sprach ich vor Produzenten, die die ganze Zeit breit grinsten. Und ich war sicher, dass ich fantastisch war. Eine Woche später erhielt ich dann den Anruf, dass man sich anders entschieden hätte. Ohne Feedback war es schwer zu verstehen, was ich im Casting falsch gemacht habe, oder ob ich ganz einfach nicht die richtige für die Rolle war. Ich bin sicher, dass es oft beides war, aber den Unterschied erkennt man oft selbst nicht.

Natürlich, eine Pechsträhne kann ganz einfach nur statistische Gründe haben, aber es ist immer sinnvoll, darüber nachzudenken, was man gemacht hat, und warum es wahrscheinlich nicht geklappt hat. Nachdem ich das x-te „Nein“ gehört hatte, entschied ich mich, brutal ehrlich zu mir selbst zu sein, und herauszufinden, ob es etwas gab, das ich ändern musste, vielleicht eine neue Fähigkeit für meinen Lebenslauf, um für potenzielle Arbeitgeber interessanter zu werden.

Pechsträhnen können dich fertig machen, wenn du im Auge des Poker-Taifuns sitzt, sie helfen aber auch dabei, an deinen Fähigkeiten zu arbeiten. Selbst wenn es sich wirklich nur um Pech handelt, ist es niemals Zeitverschwendung, daran zu arbeiten, ein besserer Pokerspieler (oder besser im Job) zu werden. Nimm die Anstrengung auf dich, damit eine Reihe schlechter Ergebnisse automatisch zum Auslöser für stärkere Bemühungen sind, um deine Fähigkeiten und Fehler klar zu erkennen und an dir selbst zu arbeiten. Dies stellt zumindest sicher, dass die Zeit nicht vergeudet wird.

Aber wir sollten immer damit rechnen, dass unsere Asse nicht gewinnen – manchmal verlieren wir eben, und das gehört einfach zum Spiel. Selbst als 80%-iger Favorit für den Gewinn eines Blattes gewinnt man eben nicht immer. Das ist ganz einfach so. Wenn man dies versteht, fühlt es sich gleich viel weniger ungerecht an, wenn es passiert.

Man muss einfach wissen, wann Niederlagen bedeuten, dass man an sich arbeiten muss, und wann sie einfach nur bedeuten, dass sie statistisch gesehen einfach fällig sind. Alles hängt davon ab, diesen Unterschied zu erkennen.

Investieren Sie die nötige Mühe

Ich bin immer erstaunt, wenn ich höre, dass viele Leute Pokern und Fernsehen für einfache Karrierewege halten. Natürlich, manchmal gibt es dort ganz faszinierende Karrieren, die wirklich Spaß machen, aber das bedeutet überhaupt nicht, dass es immer einfach ist, von diesen Dingen zu leben.

Ich habe mich niemals selbst als Pokerprofi bezeichnet, obwohl ich natürlich manchmal auf dem Pro-Circuit zu finden bin. Ich kenne zu viele wirkliche Profispieler, um eine solche Selbstbezeichnung über die Lippen zu bringen, ohne dabei rot zu werden. Ich sehe und höre von den zahllosen Stunden, die diese Leute aufwenden, um immer besser zu werden. Sie sitzen nicht nur regelmäßig am Tisch, sie studieren die Blätter, die sie erhalten haben, besprechen Einzelheiten mit Menschen ihres Vertrauens, berechnen optimale Spielzüge, lesen Forenbeiträge und tun noch vieles mehr. Die wirklich großen Spieler nehmen das Pokern sehr ernst und erweitern ständig ihr Wissen, damit sie ihren Konkurrenten gegenüber stets die Nase vorn behalten können.

Ich bin vielleicht kein Pokerprofi, aber ich weiß, wie ich diese Arbeitsethik für meine eigene Karriere nutzbar machen kann. Ich sehe mir meine Fernseharbeit selber an, damit ich meine Schwachpunkte kenne – obwohl ich jedes Mal mächtig Gänsehaut bekomme, wenn ich mich selbst auf dem Bildschirm sehe. Ich verbringe auch viel Zeit damit, andere, die ähnliche Positionen wie ich haben, und die ich respektiere, zu beobachten, und ich frage sie nach ihrer Meinung zu verschiedenen Aspekten unseres Jobs. 

Gedanke am Rande: Wenn Sie irgendwann einmal etwas im Fernsehen oder auf einer öffentlichen Bühne machen, fragen Sie die Leute, die ihre Vorgesetzten sind, oder solche, denen Sie vertrauen, nach ihrer Meinung. Ignorieren Sie alle Online-Kommentare. Glauben Sie mir.

Als ich den Job für meine erste amerikanische Fernsehsendung als Hauptkommentatorenstimme bekam (die Super High Roller Bowl letztes Jahr mit Pokerprofi Jesse Sylvia für die Expertenanalyse), verbrachte ich viel Zeit damit, anderen Profikommentatoren zuzuhören. Um diese Weise konnte ich von den Besten lernen (danke, Lon und Norman!). Dies half mir dabei, meinen eigenen Stil zu finden, neue Dinge auszuprobieren und meine Arbeit noch frischer zu machen.

Vor der ersten Voice Over-Sitzung sah ich mir das Material wieder und wieder an, um herauszufinden, welcher Sprachrhythmus am besten geeignet wäre. Ich notierte mir die Zeitcodes, an denen gutes Geplänkel zwischen den Spielern zu hören war, in das wir natürlich nicht hineinsprechen wollten. Ich besprach die Pokerblätter mit einigen Profis, um ihre Gedanken über das Spiel zu erfahren, und machte mir eine riesige Menge von Notizen. Ich bin auch sehr für eine bewährte Übungsmethode, die darin besteht, mit einer Bürste als Mikrofon vor dem Spiegel zu „moderieren“. Nach dieser ersten Sitzung bat ich meinen Produzenten, sich alles mit mir zusammen nochmals anzusehen, sozusagen eine „Blattanalyse“ nach dem Spiel, um herauszufinden, wo meine Schwachpunkte sind.

Diese Monate waren eine sehr intensive Zeit für mich, ich flog alle paar Wochen zwischen meiner Heimat Slowenien und Los Angeles hin und her, um die Sendungen zu kommentieren, die für Poker Central & NBC Sports bearbeitet wurden. Dies war eine neue Herausforderung, und ich wollte sie meistern, deshalb investierte ich all diese Arbeit.

Obwohl es schwer für mich ist, meine eigene Arbeit fair zu beurteilen – normalerweise bewege ich mich dabei zwischen leichter Unzufriedenheit und kompromissloser Ablehnung –, habe ich ein gutes Gefühl zu SHRB. Jesse Sylvia ist ein derartig entspannter Charakter und ein wirklich guter Analytiker, so dass wir uns wirklich gut ergänzt haben. Und er sorgte dafür, dass ich trotz meiner intensiven Vorbereitung flexibel blieb und stets die Richtung wechseln konnte, wenn dies erforderlich war.

Abschließender Gedanke

Denken Sie zum Abschluss daran, dass, egal was es ist, das Ihnen wichtig ist, Sie stets und immer Ihre Hausaufgaben machen müssen. Ich habe es seit den guten alten Tagen im Jahr 2005 auf Channel 226 ziemlich weit gebracht. Sicher war es so, dass viele der Chancen, die ich bekam, damit zu tun hatten, dass ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort war – dort zu bleiben bedeutete aber immer harte Arbeit.

Manchmal muss man eben ziemlich viel Reis und Bohnen essen, bevor sich alles auszahlt.



WEITER
Fanden Sie dies interessant?    

Danke, Sie haben uns geholfen uns zu verbessern!

     

Copyright 2002 - 2016 Cassava Enterprises (Gibraltar) Ltd., eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von 888 Holdings PLC.
Cassava Enterprises (Gibraltar) Limited ist in Gibraltar, einem Teil der Europäischen Union, amtlich eingetragen.
888 Holdings PLC ist an der Londoner Börse gelistet.
Cassava Enterprises (Gibraltar) Limited verfügt über eine Lizenz, unter der Online-Glücksspiel-Services in Übereinstimmung mit den Gesetzen von Gibraltar (Online-Spiellizenz Nr. 022 und 039) angeboten und von den entsprechenden Regulierungsbehörden überwacht werden, und macht keinerlei Behauptungen bezüglich der Rechtmäßigkeit dieser Services in anderen Rechtsbezirken.
Unsere Dienstleistungen in Großbritannien werden von 888 UK Limited, einem von der Great Britain Gambling Commission (britische Glücksspielkommission) zugelassenen und regulierten Unternehmen, betrieben.
Unsere Services in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (mit Ausnahme der Staaten, in denen unsere Services im Rahmen einer lokalen Lizenz erbracht werden) werden von Virtual Digital Services Limited betrieben, einem Unternehmen, das in Gibraltar, einem Teil der Europäischen Union, amtlich eingetragen ist.
Virtual Digital Services Limited ist im Rahmen einer Glücksspiellizenz nach dem Recht von Gibraltar tätig.
Unsere Wettprodukte werden in Ireland von 888 Ireland Limited betrieben, einem in Gibraltar amtlich eingetragenen Unternehmen, das von den irischen Steuerbehörden lizenziert und reguliert wird.
Unsere Adresse: 601-701 Europort, Gibraltar.
Wir befürworten verantwortungsbewusstes Spielen und unterstützen GamCare.