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Mit Achtsamkeit beim Pokern die Nase vorn

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Bei einem Gespräch im Hotel Rio während der 2014 World Series of Poker (WSOP), erzählt mir Andrew „LuckyChewy“ Lichtenberger von seiner Darmspülung.

„Am Ende kam dieser durchscheinende Wurm heraus.“

Das erinnerte mich an den Roman Drecksau von Irvine Welsh und daran, wie der Bandwurm von Bruce Robertson seinen eigenen Willen entwickelt und anfängt, den korrupten Polizisten aus der teerartigen Dunkelheit seines Verdauungstrakts zu steuern.

Ironischerweise kam mir dabei die Ausscheidung des Bandwurms wie ein Initiationsritus für Lichtenberger vor. In seinem wunderbaren Buch Yoga of Poker schrieb er später: „Wir alle sind in unserem Leben auf der Suche nach Freiheit, wenn auch auf unterschiedliche Weise.“

Der Bandwurm war nicht auf der Suche nach Freiheit. Die Tatsache, dass Lichtenberger sich ein Rohr in den Hintern hat schieben lassen, lässt mich vermuten, dass dieses junge Genie hingegen sehr wohl auf der Suche nach Freiheit war.

In den folgenden Jahren sah ich in Lichtenberger eine erstaunliche Veränderung. Es umgab ihn eine elfengleiche Ruhe. Ich würde es Zen nennen, habe aber keine Ahnung, was das Wort bedeutet. Es klingt einfach richtig. Was soll’s. Andrew Lichtenberger hat einen Zen-Zustand entwickelt.

Den minimalen Vorsprung finden

Vor ein paar Jahren habe ich Scott Seiver interviewt. Wo die Fähigkeiten der Top-Spieler doch so dicht beieinander liegen, habe ich ihn gefragt, wie die einzelnen Spieler sich ihren Vorsprung erarbeiten.

„Ehrlich gesagt denke ich, dass die beste Art der Vorbereitung mental ist“, erzählte Seiver mir. „Auf dem höchsten Level hängt so viel vom Spiel von kleinsten Entscheidungen ab. Wenn du beim Spiel ärgerlich oder aufgeregt oder mit den Gedanken anderswo bist, triffst du irgendwann eine falsche Entscheidung.

Und durch diese eine Entscheidung bist du dann auf einmal nicht mehr der beste Spieler im Turnier, sondern nur noch auf Platz 15. Es geht alles nur darum, einen klaren Kopf zu bewahren, sich zu konzentrieren und darauf zu achten, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und dem Rest des Lebens zu wahren und gleichzeitig Stress zu reduzieren. All diesen Ballast bringst du mit an den Pokertisch, und das musst du unbedingt vermeiden.“

Wie so häufig ist der Blick von der Veranda des gemütlichen Pokerlebens dem wirklichen Leben äußerst ähnlich. Doch wie bereitet man sich mental vor? Wie verringert man die Wahrscheinlichkeit, durch Abgelenktsein Fehler beim Spielen – oder gar im wahren Leben – zu begehen?

Mithilfe einiger weiser Worte aus dem Buch Yoga of Poker von Lichtenberger und aufbauend auf meinen Alltagserfahrungen, hier nun einige Prinzipien der Achtsamkeit, die Ihnen beim Pokern wie auch im wahren Leben helfen sollen.

Nr. 1: Meditation

Wenn ich morgens aufwache, reibe ich mir den Schlaf aus den Augen und meditiere dann. Das mache ich täglich. Vor einigen Jahren habe ich Unterricht in Transzendentaler Meditation (TM) genommen, und seitdem meditiere ich zweimal am Tag je 20 Minuten lang.

TM ist teuer. Diese Ausgabe birgt jedoch auch eine Verpflichtung in sich. Du meditierst, weil du dafür bezahlt hast. Sobald der finanzielle Schmerz nachlässt, ist dir das Meditieren zur Gewohnheit geworden.

Sie müssen nicht TM praktizieren. Jede Art der Meditation ist in Ordnung. Den Erfolg der Meditation zu messen, ist jedoch schwierig. Wenn Sie meine Frau fragen, wird sie Ihnen sagen, dass Meditation eines der besten Achtsamkeitswerkzeuge in meinem Arsenal ist. Früher war ich ein jähzorniger Mann. Der Jähzorn kommt noch manchmal hoch, aber längst nicht mehr so häufig wie früher. Das habe ich der TM zu verdanken.

Nr. 2: Ziele festlegen

Nach dem Meditieren haben meine Frau und ich uns angewöhnt, täglich unsere Ziele festzulegen. Wir schauen einander tief in die Augen und tragen unsere Pläne für den Tag vor. Manchmal sind dies tatsächliche Projekte, manchmal auch immaterielle Lebensweisen.

Nachdem wir unsere Absichten vorgetragen haben, konzentrieren wir uns auf Dankbarkeit. Ich versuche immer, ein wenig Abwechslung hineinzubringen und denke an ein oder zwei Sachen, die mir wichtig sind. Beispielsweise verspüre ich ein Gefühl der Dankbarkeit gegenüber Andrew Lichtenberger, dass er Yoga of Poker geschrieben hat.

Ich beende meine Danksagung immer, indem ich mich beim Universum für meinen finanziellen Wohlstand, meine Freiheit und meine Zufriedenheit bedanke.

Nr. 3: Tagebuch führen

Die eigenen Gedanken zu Papier bringen ist eine hervorragende Art, Raum für mehr Achtsamkeit zu schaffen. Ich schreibe täglich in mein Tagebuch und konzentriere mich dabei auf vier Hauptbereiche:

  1. Ziele
  2. Dankbarkeit
  3. Aufgabe
  4. Wie fühle ich mich?

Das Festlegen meiner Ziele und der Dinge, für die ich dankbar bin, ist eine Wiederholung dessen, was ich zuvor verbal formuliert habe. Meine Aufgabe im Leben ist es, das Leiden der Menschen zu reduzieren, indem ich ihnen dabei helfe, Freiheit und Zufriedenheit zu finden. Ich finde es nützlich, dies jeden Tag aufzuschreiben.

Es bestärkt mich in meiner Überzeugung. Zum Abschluss analysiere ich meine Gefühle.

Wie fühle ich mich in diesem Moment, und wie habe ich mich die vergangenen 24 Stunden gefühlt?

Was kann ich daraus lernen?

Nr. 4: Emotional Freedom Technique (EFT, Technik der emotionalen Freiheit)

In seinem Buch Heilende Worte zeigt der Arzt Larry Dossey wissenschaftliche Beweise auf, dass im Gebet heilende Kraft liegt. Außerdem habe ich in wissenschaftlichen Journalen gelesen, dass Menschen, die beten und gläubig sind, länger als andere leben.

Ich bete zwar nicht, aber ich praktiziere dennoch täglich EFT. Meiner Auffassung nach sind sich die beiden sehr ähnlich. EFT, auch als Klopfakupressur bezeichnet, ist eine Methode, bei der jemand auf spezifische Meridian-Punkte klopft, um angestaute Energie freizusetzen, die zu negativen Emotionen führt.

Ich finde es am besten, dies gleich morgens als Allererstes zu machen, und konzentriere mich dazu meistens auf eine der negativen Emotionen aus meinem Tagebuch. Bei Konzentrationsschwächen habe ich auch schon Auszeiten vom Poker eingelegt und EFT praktiziert, um dann sehr viel ruhiger an den Tisch zurückzukehren.

Nr. 5: Nahrung

Du bist, was du isst.

„Durch meine Offenheit gegenüber Veränderungen und mein Vertrauen, dass die Erde mir alles Notwendige bereitstellt, habe ich beschlossen, meine Ernährung umzustellen“, schreibt Lichtenberger in Yoga of Poker.

Ich beginne jeden Tag mit warmem Zitronenwasser, das ordentlich mit Zimt und Kurkuma gewürzt ist. Außerdem nehme ich zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel, um den Mangel an Nährstoffen im Essen auszugleichen. Anschließend mixe ich mir einen Smoothie aus einer Vielzahl an fantastischen Zutaten.

Ich bin Veganer.

Ich esse keinen Zucker.

Ich trinke keinen Alkohol, rauche nicht und nehme keine Drogen.

Ich bin ein ehemaliger Alkoholiker, Drogenabhängiger, Raucher und Idiot.

Ich kenne beide Arten zu leben, und ich kann Ihnen Folgendes sagen: Mit meiner früheren Lebensweise könnte ich nie und nimmer den Zustand der Achtsamkeit erreichen, nach dem ich strebe.

Ich war lethargisch. Ich hatte keine Energie, keinen Antrieb und keinerlei Interesse an irgendwas. Ich war die ganze Zeit auf Autopilot, und das Ziel sah wie das Ende einer Klippe aus.

Nr. 6: Tempo rausnehmen

Ich mache mich gerne über die Geschwindigkeit lustig, mit der meine Frau die Dinge angeht. Ich habe dieses Bild von ihr in meinem Kopf, in dem sie sich zum Essen an den Tisch setzt und am Ende der Mahlzeit alle anderen am Tisch nur noch Skelette sind.

Der Scherz geht jedoch auf meine Kosten.

Ich bin ständig in Eile; ich esse zu schnell, spreche zu schnell, denke zu schnell... selbst beim Liebemachen bin ich zu schnell.

„Die Ganzheitserfahrung, von der wir einen Blick erhaschen, wenn wir einmal ganz den Augenblick genießen, ist ein tiefgreifender Bewusstseinswandel“, schreibt Lichtenberger.

Wie kann man den Augenblick genießen, wenn man mit Vollgas auf die Zukunft losfährt?

Nr. 7: Facebook blockieren

Ich möchte nicht, dass Facebook zu einem bedeutenden Teil meines Lebens wird. Ich habe schon von zu vielen Leuten gehört, die sich Sorgen machen, dass sie im Vergleich mit anderen nicht gut genug sind.

Außerdem hilft es dir dabei, die Dinge vor dir herzuschieben.

„Ich habe gesehen, wie viel erfüllter ich war, als ich die Aspekte meines Bewusstseins beseitigt habe, die nicht mit meinem wahren Ich übereinstimmten“, schreibt Lichtenberger.

Ich habe einen Facebook-Blocker eingerichtet, der mich daran hindert, die Homepage anderer Leute anzuzeigen. Ich erfahre, wenn jemand mir eine Nachricht schickt oder meine Seite kommentiert, doch ansonsten bekomme ich nichts mit. Das soll auch so bleiben. Probieren Sie es auch einmal aus.

Nr. 8: Charmante Notizen

Dieses kleine Juwel stammt von Carolyn See aus ihrem Buch Making a Literary Life. Dieses Buch der Autorin See bringt den Lesern bei, besser zu schreiben. Zum Thema Dankbarkeit erläutert See, wie sie Danksagungskarten per Post verschickt.

Sie achtet stets darauf, diese Karten handschriftlich zu verfassen und Papier und Umschläge von hoher Qualität zu verwenden. In einer Welt, in der sich alles um die neuesten Technologien dreht, ist dies eine wunderbare Art, seine Dankbarkeit ganz persönlich zum Ausdruck zu bringen.

Nr. 9: Den Tag Revue passieren lassen

Am Ende des Tages nehmen meine Frau und ich uns immer ein wenig Zeit, den Tag Revue passieren zu lassen. Wir wechseln uns ab, uns gegenseitig von unserem Tag zu erzählen, unsere Gefühle zum Ausdruck zu bringen und uns den metaphorischen Staub abzuklopfen.

Das Wesentliche dabei ist, sich für den anderen zu öffnen. Als wir mit diesem Ritual begannen, war ich schrecklich. Jedes Mal, wenn meine Frau ein Problem beschrieb, habe ich sie unterbrochen und ihr Lösungen vorgeschlagen. Sie hat mir beigebracht, wie wichtig es ist, einfach nur präsent zu sein. Wenn sie redet, schaue ich ihr ins linke Auge, taste mich zu ihrem Herzen und versuche, ihre Gefühle zu erspüren.

Dann tauschen wir die Rollen.

Sie wird zum Zuhörer.

Ich werde zum Erzähler.

Zuhören ist eines der nützlichsten Tools beim Achtsamkeits-Training. Auch ist es eine wichtige Fähigkeit, wenn Sie ein außergewöhnlich guter Pokerspieler werden wollen.

Nur wenige Tage, nachdem ich mit Lichtenberger über den Abgang seines Bandwurms gesprochen habe, hat er bei einem Event mit einem Buy-In von $ 5.000 den dritten Platz belegt und $ 242.827 gewonnen. In den darauffolgenden 16 Monaten hat er weitere 3 Millionen Dollar gewonnen, darunter einen World Poker Tour (WPT) Alpha8-Titel.

Das ist die Macht der Achtsamkeit.

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