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360° Panaroma videos und Poker

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360°-Poker
In diesem Jahr wurde auf dem 888local-Event im Aspers Casino eine besondere Aufnahmetechnik eingesetzt, um das Geschehen auf einer Parallelveranstaltung für die Medien mit Dominik Nitsche, Kara Scott, Andy Cole und verschiedenen Pokerreportern einzufangen. Mit diesem Video, dass Sie hier sehen können, wird beim Poker erstmals ein 360°-Video genutzt.
Was ist ein 360°-Video bzw. ein immersives Video, wie es manchmal heißt? Im Grunde ist es ein Video, das verschiedene Kameras mit überlappenden Sichtfeldern verwendet, um ein interaktives 360°x180°-Video herzustellen, in dem der Betrachter den Winkel ändern kann, um den gewünschten Ausschnitt zu sehen. Stellen Sie sich ein realistisches Panorama vor, das Sie erkunden können!
Auch wenn es diese Videos schon seit Jahren gibt, haben YouTube und Facebook die 360°-Videooptionen erst 2015 übernommen, als sie im Mainstream angekommen waren. Es war offenbar nur eine Frage der Zeit, bevor die Videos beim Poker eingesetzt wurden, was dem Panoramafotograf Tom Mills aus London zu verdanken war.
Mills verfügt über langjährige Erfahrung in der Erstellung von virtuellen Panoramatouren, ist kein Pokerspieler, hatte aber Spaß an der nächtlichen Aufzeichnung des 888local-Events. Er war sogar so freundlich, Platz zu nehmen und ein paar Fragen über seine Erfahrungen und 360°-Videos zu beantworten.

Grundlagen der Technik

Wird für die Aufnahme eines 360°-Videos eine besondere Ausrüstung benötigt? 
Mills: Ja, es besteht ein Unterschied zur Aufnahme eines normalen 360-Grad-Panoramas, bei dem es sich um ein Standbild handelt, für das nur eine Kamera benötigt wird. Ein solches Panorama wird mit einem speziellen Panoramakopf aufgenommen, bei dem die Eintrittspupille des Objektivs im Grunde direkt über der Mitte des Stativs angeordnet ist und in alle Richtungen gedreht wird, um das 360-Grad-Panorama aufzunehmen. Sie können also parallaxenfrei aufnehmen. 
Das Knifflige beim 360°-Video liegt in der Tatsache, dass alle Kamerapositionen gleichzeitig aufnehmen müssen, sodass mehrere Kameras benötigt werden und demzufolge eine parallaxenfreie Aufnahme nicht möglich ist. In den letzten fünf Jahren hat die Branche viele Fortschritte erzielt. Darunter natürlich VR-Brillen, und endlich greifen Kamerahersteller diese Technologie auf. 
Um die Parallaxe zu reduzieren, wird normalerweise eine möglichst kleine Kamera verwendet, daher werden oft GoPros eingesetzt. In diesem Film haben wir eine Izugar-Ausrüstung verwendet, mit speziellen breiteren Objektiven auf den GoPros. Auf diese Weise konnten wir Aufnahmen mit weniger sichtbaren Nahtstellen machen. Je näher die Objekte der Kamera sind, desto größer sind die Probleme im Zusammenhang mit der Parallaxe. Es war also sehr knifflig, bei einem Live-Event Aufnahmen neben einem Pokertisch zu machen, ohne Kontrolle über die Bewegungen der Personen zu haben.
Können Sie auf möglichst einfache Weise erläutern, wie eine 360°-Kamera funktioniert?
Mills: Alle Kameras sind mit den gleichen Einstellungen vorkonfiguriert. Dies ist wichtig, um Probleme bei Übergängen zu vermeiden, wenn die Bilder zusammengefügt werden. Sobald Sie das gesamte Filmmaterial aus den Kameras auf Ihren Computer heruntergeladen haben, wird normalerweise zuerst ein einzelnes Panoramabild zusammengefügt und dann auf alle Videobilder von sämtlichen Kameras angewendet, um viele Panoramabilder herzustellen, die nach dem Zusammensetzen ein 360°-Video ergeben. 
Ein 360°-Panoramabild sieht auf den ersten Blick merkwürdig aus, denn es besitzt eine äquirektanguläre (sphärische) Form (2:1), genau wie eine zweidimensionale Weltkarte an der Wand. Wenn dieses Video in einen sphärischen Panorama-Viewer eingelegt wird, sehen wir den Film so, wie er im geradlinigen Format angezeigt werden sollte.

Die Herausforderungen bei der Aufnahme

Worin bestehen die großen Unterschiede oder Herausforderungen bei der Herstellung eines solchen 360°-Videos im Gegensatz zu einem normalen Video?
Mills: Die wichtigste Herausforderung besteht darin, dass Sie nicht selbst im Film auftauchen. Wo halten Sie sich also auf, damit Sie immer noch verfolgen können, was geschieht. Auch hier hilft der technische Fortschritt weiter: Wir können z. B. Wi-Fi nutzen, um das Filmmaterial einer Kamera oder aller Kameras zu überwachen. Aber diese Kameras sind so klein, dass Sie häufig überhitzen und dann anhalten. Die besten 360°-Kameras für unsere Zwecke sind Kameras mit sehr geringem Platzbedarf, die Wärme vom Kamera-Array ableiten.
Mit welchen Herausforderungen waren Sie bei der Aufzeichnung des Pokerspiels konfrontiert?
Mills: Mit überhitzten Kameras und mit dem Problem, den Menschen begreiflich zu machen, wo die Nahtstellen der Kameras liegen. Das Zusammenfügen war sehr problematisch, da der Tisch nur etwa 20 cm entfernt ist. Ein korrektes Zusammenfügen ohne Auswirkung auf andere Bereiche war also praktisch unmöglich. Im Endeffekt müssen Sie nur auswählen, was akzeptabel ist, und korrigieren, was wirklich unansehnlich ist. 
Gibt es einen Kameramann oder ist die Kamera stationär?
Mills: Die Kamera befindet sich auf einem Ständer. Aufgrund der Parallaxe wird der Ständer ausgeblendet, weil er bei jeder der Kameras an anderer Stelle erscheint. Daher können wir sämtliche Bereiche maskieren, in denen der Ständer nicht enthalten ist.

Weitere 360°-Videos in Sicht

Welche Möglichkeiten erwarten Sie für 360°-Videos beim Poker? Welche weiteren Nutzungsmöglichkeiten gibt es?
Mills: Ich sehe gute Möglichkeiten, aber nicht unbedingt bei Livespielen in großen Hallen. Ich würde gerne viel hochwertigere Videos produzieren, aber auch in der Lage sein, die Motive besser anzusteuern und zu kontrollieren. Da die Technik immer weitere Fortschritte macht, wird es irgendwann eine gute 4k 60fps-Kamera geben, die nur zwei Objektive besitzt. Die Objektive sind bereits erhältlich, aber es ist schwierig, mit ihnen scharfe Bilder und die Bildrate zu erzielen, die heute z. B. mit sechs GoPros möglich ist.
An welchen anderen Orten und in welchen anderen Branchen haben Sie bereits 360°-Videos gesehen?
Mills: Oh, mittlerweile überall. Diese Technologie hat so viele Anwendungsbereiche, vom Journalismus bis hin zu Schulungen, und bietet Ihnen tolle Erlebnisse, z. B. den Flug in den Weltraum, das Surfen oder das Fallschirmspringen, um nur einige zu nennen.
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