Bei einem Poker-Buy-In handelt es sich um die Höhe des Geldes, die Du einsetzen willst, um Dich an einem Poker-Tisch einzukaufen.

Normalerweise gibt es bestimmte Regeln hinsichtlich eines Poker-Buy-Ins und wie viel Geld Du an einen Tisch mitnehmen darfst, um an dem Spiel teilzunehmen.

Dazu gibt es einige Überlegungen, die Du im Vorfeld tätigen solltest. Die Höhe des Buy-Ins ist so zu wählen, dass Du niemals Deine gesamte Bankroll verlierst. Außerdem geht es darum, in einer Session so viel Profit wie möglich anzuvisieren.

Diese Artikel beschäftigt sich mit diesen Konzept und verrät Dir alles Wissenswerte rund um den Poker-Buy-In!

3 GRUNDLEGENDE KONZEPTE: POKER BUY-IN BEI CASH-GAMES

Limit vs. No Limit vs. Pot Limit

Buy-Ins haben in No-Limit- und Pot-Limit-Spielen eine besondere Bedeutung. Hier kann der Pot innerhalb kürzester Zeit rasant in die Höhe steigen und bis zum Showdown können riesige Summen in der Mitte des Tisches landen.

Im Gegensatz dazu haben Buy-Ins bei Limit-Spielen etwas weniger Gewicht, denn die Einsatzhöhen sind pro Setzrunde vorab festgelegt (aus diesem Grund erlauben viele Poker-Räume bei Limit-Spielen unbegrenzte Buy-Ins).

Minimum und Maximum

Die meisten Poker-Anbieter (online und live) geben eine minimale und maximale Höhe an Chips beim ersten Buy-In und beim Rebuy vor. Mehr oder weniger Geld darf man nicht an den Tisch mitnehmen. Üblicherweise sind diese konstant an die Einsatzhöhen gekoppelt und basieren auf einer bestimmten Anzahl an Big Blinds.

Hinsichtlich des minimalen Buy-Ins haben die meisten Poker-Räume einen Mindesteinsatz zwischen 20 und 40 Big Blinds festgelegt.  

Bei den maximalen Buy-Ins tendieren die meisten Poker-Räume (und insbesondere die Online-Anbieter) zu einer Obergrenze von 100 Big Blinds. Bei Deepstack-Spielen, in denen die Teilnehmer teils sehr hohe Stacks mit an den Tisch nehmen, können diese Obergrenzen auch 250 Big Blinds überschreiten. Manchmal gibt es sogar überhaupt keine Einschränkungen bei der Höhe des Buy-Ins. In diesen Fällen ist es besonders wichtig, dass Du die im nächsten Abschnitt aufgeführten Empfehlungen im Hinterkopf behältst.

Short vs. Big

Shortstack vs. Deepstack

Im letzten Abschnitt haben wir beschrieben, dass Du oftmals die Wahl hast, wie hoch Du Dich einkaufen möchtest. Du kannst Dich als Shortstack (typischerweise weniger als 50 Big Blinds), als Deepstack (100 Big Blinds oder mehr) oder irgendwo dazwischen an den Tisch setzen.

Spielst Du als Shortstack, gehen Deine Implied Odds nach dem Flop in den Sinkflug, da Du nicht mehr so viel Geld gewinnen kannst, selbst wenn Du Deinen gesamten Stack in die Mitte bekommst. Als Shortstack kann es außerdem zu höheren Schwankungen kommen, denn Du bist häufiger All-In, noch bevor die letzte Gemeinschaftskarte aufgedeckt wird. Im Klartext: Deine kurzfristigen Ergebnisse können verzerrt sein, wenn man sie in ein Verhältnis mit Deiner tatsächlichen Equity in der Hand setzt, als Du Dein Geld in die Mitte gebracht hast.

In Deepstack-Games haben Deine Spielweise nach dem Flop und allgemeine Poker-Skills eine viel höhere Bedeutung. An Tischen mit großen Stacks erhöht sich die Chance auf fette Pots, gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Du viel Geld verlieren kannst. Allerdings fällt die Varianz üblicherweise geringer aus, denn es kommt hier viel mehr auf die Spielweise nach dem Flop an.

3 ENTSCHEIDENDE FAKTOREN: WIE HOCH SOLLTE DER BUY-IN SEIN?

Komfortzone


Faustregel: Du solltest nie mehr Geld einsetzen, als a) Du es Dir zu verlieren leisten kannst oder b) Du zu verlieren bereit bist. Ein Beispiel: Wenn Du das Geld einsetzt, welches eigentlich für die Miete im nächsten Monat eingeplant ist, solltest Du darüber nachdenken, lieber ein Spiel mit erheblich geringeren Einsätzen zu wählen. Wenn Du Dich gut genug kennst, dass Du etwa bei einem Verlust von 500 Euro in einer Hand nächtelang keinen Schlaf kriegen wirst, ist ein Spiel mit einem niedrigeren Buy-In als 500 Euro die bessere Alternative.

Denk daran: Sämtliches Geld, welches Du mit an den Tisch nimmst, steht jederzeit auf dem Spiel. Manchmal landet es während einer scheinbar harmlosen Hand schneller im Pot, als man es vorher für möglich gehalten hat. Deshalb ist es eine gute Idee, sich eine Poker-Bankroll zurechtzulegen (mehr dazu gleich). Dadurch verhinderst Du einen Bankrott und ein gutes Bankroll-Management hilft Dir bei der Wahl von Einsätzen, die Deiner Komfortzone und/oder Deinem Skill-Level entsprechen.

Noch ein Wort zur Komfortzone: Du musst Dir beim Pokern Deiner Stärken und Schwächen bewusst sein. Wenn Du ein besserer Turnierspieler bist und Dich in ein Cash-Game einkaufst, solltest Du vielleicht eher mit einem kleineren Stack an den Tisch gehen. Damit fühlst Du Dich wahrscheinlich wohler, denn als Turnierspieler bist du es gewohnt, oft mit einem Short-Stack zu agieren.

Gleichermaßen gilt: Wenn Du als Cash-Game-Spieler normalerweise mit 100 Big Blind an einen Tisch gehst und zwischendurch an einem Deepstack-Spiel teilnimmst, solltest Du Dich nicht zwingend für das Maximum einkaufen. Wenn Du weißt, dass Du mit 100 Big Blinds profitabler spielst als mit 200 Big Blinds, dann verlasse nicht Deine Komfortzone, sondern bleibe Deinen Stärken treu.

Bankroll

Auch die besten Spieler geraten hin und wieder in Phasen, in denen sie Geld verlieren. Ein seriöser Pokerspieler denkt deshalb nur an den langfristigen Ertrag. Es ist aber unabdingbar, dass man zwischendurch Höhen und Tiefen erlebt.

Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, eine feste Bankroll anzulegen. Dann solltest Du nur mit Einsätzen spielen, die Du Dir leisten kannst. Die (wachsende oder schrumpfende) Bankroll definiert auch, wann Du auf höhere, bzw. niedrigere Einsätze wechseln solltest. Wenn Du online mit Micro-Einsätzen anfängst, reicht schon eine Investition von 40 Euro, um eine geeignete Bankroll für 2NL zu haben.

HINWEIS: Bei den Einsätzen bezieht sich 2NL auf Blinds von 0,01/0,02€. Die Zahl “2” vor NL (No-Limit) bezieht sich auf 100 Big Blinds dieses Einsatzes. Wenn also von 500NL die Rede ist, bezieht sich dies auf Einsätze von 2/5 Euro (100 x Big Blinds in Höhe von 5 Euro = 500 Euro).

Stakes

Minimum Buy-in

(~20bb)

Maximum Buy-in

(~100bb)

Bankroll Anforderungen

(~100bb Buy-ins)

Safe (100 BI)

Aggressive (20 BI)

2NL

$0.40

$2.00

$200

$40

5NL

$1.00

$5.00

$500

$100

10NL

$2.00

$10.00

$1000

$200

25NL

$5.00

$25.00

$2500

$500

50NL

$10.00

$50.00

$5000

$1000

100NL

$20.00

$100.00

$10,000

$2000

200NL

$40.00

$200.00

$20,000

$4000

500NL

$100.00

$500.00

$50,000

$10,000

1000NL

$200.00

$1000.00

$100,000

$20,000

HINWEIS: Die Teilnahme an Spielen mit höheren oder unbegrenzten Buy-In-Beträgen setzt noch mehr Buy-Ins in Deiner Bankroll voraus, bevor Du Dir dieses Spiel leisten kannst. Du musst immer im Hinterkopf haben, dass Du eventuell große Schwankungen und Varianzen hinnehmen musst.

Spielstärke

Du hast die Höhe der Einsätze ausgewählt und weißt, bei welchem Spiel Du mitmachen willst, nun musst Du nur noch entscheiden, wie viel Geld Du an den Tisch mitnehmen willst. Der wichtigste Aspekt dabei: Wie steht es um Dein Skill-Level im Vergleich zu den anderen Spielern am Tisch.

Wenn Du glaubst, dass Du besser als die restlichen Spieler bist, solltest Du den höchstmöglichen Betrag mit an den Tisch nehmen. So wirst Du langfristig gegen schwächere Spieler die größten Profite einfahren. Zum Beispiel kann man oft beobachten, dass viele starke Spieler (Sharks) online das übliche Maximum von 100 Big Blinds mitbringen, um zumindest mehr Geld als alle anderen Spieler am Tisch zu haben.

Wenn Du hingegen glaubst, einer der schwächeren Spieler am Tisch zu sein, ist es vielleicht eine bessere Idee, Dich als Shortstack einzukaufen.

Denk daran, dass Du Dich jederzeit mit einem kleineren Stack an den Tisch setzen kannst, um ein Gefühl für den Tisch zu kriegen. Es steht Dir immer frei, auf das Maximum aufzufüllen, wenn Du es für notwendig hältst.

Sitzt Du an einem Tisch mit lauter erfahrenen Deepstack-Spielern und einem Shortstack-Fish (von dem Du weißt, dass er schlechter ist als Du), ist es nicht zwingend notwendig, sich für das Maximum einzukaufen. Aber Du solltest immer mindestens so viel auf dem Tisch haben, wie der schwächere Spieler.

ANDERE ÜBERLEGUNGEN HINSICHTLICH POKER-BUY-IN

Erstes Buy-In (Live Poker)

Abhängig von den Regeln des Card Rooms oder Vegas'es kann es sein, dass Du Dein Buy-In an der Kasse erwerben must (und nicht am Poker-Tisch). Manchmal kannst Du Dich jedoch einfach an einen Tisch setzen und Dir den Buy-In von einem sogenannten "Chip Runner" bringen lassen, bzw. ihn direkt vom Dealer bekommen. Achte einfach darauf, wo genau Du hin musst und was von Dir verlangt wird, wenn Du den ersten Buy-In tätigst oder Geld zu Deinem Stack hinzufügen willst (insofern verfügbar).

Going South

“Going South” ist ein Begriff aus der Pokerszene. Er steht für den Vorgang eines Spielers, der am Tisch sitzend Chips aus seinem Stack entfernt und diese in seine Tasche steckt, so dass er dieses Geld nicht mehr riskieren muss. Dieses Verhalten wird verachtet und ist in den meisten Kartenräumen/Vegas'es untersagt. Selbst beim Online-Poker haben die meisten Anbieter vorgesorgt: Wenn Du mit einem gewissen Stack den Tisch verlässt und später an jenen Tisch zurückkehren willst, musst Du Dich in der Höhe einkaufen, die Du nach der letzten Hand hattest. Erst nach einer bestimmten Zeit (etwa 30 Minuten) nach Verlassen des Tisches lässt es die Software zu, dass Du mit einem geringeren Betrag an den Tisch zurückkehren kannst.   

Buy-In Second

Aufladen / Neu einkaufen

Es ist zwischen Händen jederzeit erlaubt, Deinem Stack neue Chips hinzuzufügen, wenn Du Dich unterhalb der maximalen Buy-In-Grenze befindest. Allerdings kannst Du keine Chips kaufen, während Du Dich gerade in einer Hand befindest (auch bereits gekaufte Chips, die noch nicht auf dem Tisch liegen, darfst Du während einer Hand nicht einfach Deinem Stapel hinzufügen).

Manchmal kann ein Dealer einen Re-Buy für Dich vornehmen und Dir am Tisch Chips geben. Es kann aber auch sein, dass Du einen "Chip Runner" zu Hilfe nehmen musst. Alternativ kannst Du ein paar Chips mit höherem Wert bei Dir tragen und so einen Re-Buy einfacher und reibungsloser vollziehen.

Rake

Bei der Entscheidung, ob Du Dich als Short- oder Deepstack einkaufen willst, muss auch Rake, also der Hausanteil, eine Rolle spielen. In vielen Live-Spielen (aber auch online) ist es quasi unmöglich, als Short Stack profitabel zu spielen. Von jedem Pot, den Du gewinnst, wird ein Teil abgezogen und geht an das Haus. Stell Dir einfach ein hohes Rake von 10 Prozent bis acht Euro bei 200NL vor. Wenn Du einen Stack von 40 Euro hast und verdoppelst, bekommst Du nach Rake nur 72 Euro. In nur einer Hand musst Du 20 Prozent Deines Gewinns gleich wieder abgeben. Dazu im Vergleich: Wenn Du Dich für den maximalen Betrag von 200 Euro eingekauft hast und ein Double-up bekommst, hast Du danach 392 Euro vor Dir stehen. Es handelt sich dabei um einen netten Profit, der es Dir erlaubt, langfristig unter dem Motto "Beat the Rake" (etwa "Schlage das Haus") zu pokern.

Das Verhältnis zwischen maximalen Buy-Ins und dem aktuellen Chip Stack

Wenn Du einen Platz auswählen musst und herausfinden willst, wer von den unbekannten Spielern zu den Sharks (fähige Spieler) und wer zu den Fischen (schwächere Spielern) gehört, kann man einiges von deren Stack-Größen ableiten. Meist handelt es sich bei Shortstack-Spielern um Fische (denn die meisten guten Spieler wollen ihre Profite gegenüber Fischen und schwächeren Spielern maximieren und kaufen sich deshalb für den maximalen Betrag ein). Wenn Du Spieler siehst, die bereits den doppelten Stack (oder mehr) haben, könnte es sich dabei um einen fähigen Spieler handeln. Nur manchmal kommt es vor, dass ein schwächerer Spieler in einer Hand Glück hatte und deshalb einen großen Stack vor sich hat.

Turnier-Buy-Ins

In Turnieren haben Buy-Ins normalerweise zwei Komponenten, die in Prozent oder als Beträge angegeben werden:

  • Zum einen wird klargestellt, welche Höhe des Buy-Ins in den Preispool fließt.
  • Die zweite Komponente zeigt den Anteil des Buy-Ins, der für Rake, Mitarbeiter, usw. vorgesehen ist.

Beispiel: Ein Online-Turnier mit einem Buy-In von 22 Euro wird üblicherweise eine Buy-In-Struktur von €20 + €2 haben. Dies bedeutet, dass 20 Euro in den Preispool fließen, während die restlichen zwei Euro als Rake fällig sind (Turnier-Gebühren für den Anbieter).

HINWEIS: Manchmal gibt es auch mehrere Zahlen beim Buy-In-Betrag, etwa bei Kopfgeld-Turnieren. Ein Kopfgeld-Turnier mit Buy-In von 109 Euro könnte eine Struktur von €50 + €50 + €9 haben (50 Euro an den Preispool, 50 Euro als Kopfgeld, 9 Euro Rake).

ZUSAMMENFASSUNG

Wir hoffen, dass dieser Artikel Dir ein umfangreiches Verständnis hinsichtlich Poker-Buy-Ins verschafft hat: Was Buy-Ins bedeuten, welche Höhe für Dich die richtige ist und welche Überlegungen Du anstellen solltest, bevor Du Dein Geld auf den Tisch legst.

Jetzt ist es Zeit, das neue Wissen auszutesten – viel Erfolg an den Tischen!

 

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