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Funktioniert das Kartenzählen beim Poker?

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Im Film haben wir es bereits gesehen. Eine Gruppe von Mathematik-Experten nutzt Methoden des Kartenzählens, um die Blackjack-Tische in einem bedeutenden Casino abzuräumen. Das Casino hatte keine Ahnung, was geschah, sie wussten nur, dass sie Geld verloren, und zwar schnell!

Wir möchten jedoch wissen, ob wir dieselben Techniken an den Pokertischen nutzen und uns so ein paar Taschen voller US-Dollar verschaffen können. In Wahrheit gibt es ein paar kleine Unterschiede, was Online-Poker anbelangt, aber es bleiben noch einige brauchbare Methoden, aus denen wir Nutzen ziehen können.

Beim Poker ist das Kartenzählen einfach ein Bestandteil einer viel umfassenderen Strategie. Es wird nicht wie an den Blackjack-Tischen isoliert eingesetzt.

Wie funktioniert es?

Das allgemeine Konzept ist mit Blackjack identisch: Wir möchten den Überblick darüber behalten, welche Karten im Deck bleiben, damit wir unsere Chancen abschätzen können, mit den späteren Karten eine Gewinnhand zu erhalten. Die erste wichtige Fähigkeit besteht darin, sich die genaue Anzahl der Karten bewusst zu machen, die uns helfen können.

Stellen Sie sich vor, wir halten die folgende Hand, während der Flop wie folgt zusammengesetzt ist -


Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, lehnen Sie sich zurück und denken Sie kurz nach. Welche Karten werden uns am Turn wahrscheinlich helfen? Sobald Sie eine Antwort haben, versuchen Sie, die genaue Anzahl der Karten zu ermitteln, die unsere Hand verbessern.

Die ersten Karten, die für uns interessant sind, sind die Karo-Karten. Das Deck enthält noch 9 Karo-Karten. Ein Ass kann uns die beste Hand liefern und es gibt noch 3 Asse im Deck. Es ist zwar richtig, dass uns eine Fünf in manchen Situationen die beste Hand liefert, aber sie ist so schwach, dass wir uns auf diese Karte nicht wirklich verlassen wollen. Vorerst können wir also feststellen, dass wir 12 gute Outs haben.

Beschleunigung des Vorgangs

Es mag eine Weile gedauert haben, als wir zum ersten Mal eine solche Anzahl ermittelt haben. Dies liegt daran, dass wir potenziell jede einzelne Karte zählen mussten, die uns helfen konnte. Erfreulich ist, dass es Abkürzungen gibt, die von der Art unserer Hand abhängen.
Flush Draw (FD)9 Outs
Open Ended Straight Draw (OESD)8 Outs
Gutshot Straight Draw4 Outs
2 Overcards6 Outs
1 Overcard3 Outs
Bottom Pair5 Outs zu 2Pair/Trips
OESD und FD15 Outs

Es ist hilfreich, sich diese Liste einzuprägen, damit wir mitten in einer Hand nicht zu viel Zeit für das Rechnen aufwenden müssen. Das verschafft uns den Freiraum, über unsere Gegenspieler nachzudenken und die beste Spielaktion zu wählen. Bislang fehlt aber noch etwas. Inwieweit ist es eigentlich hilfreich, die Anzahl der Outs zu kennen, die wir haben?

Berechnung der Pot Equity

Wenn wir die Anzahl unserer Outs kennen, können wir eine wichtige Information herleiten: Wir können ermitteln, wie viel Equity wir im Pot haben. Die Equity ist im Grunde eine originelle Methode, auszudrücken, wie wahrscheinlich es ist, dass wir unsere Hand bilden und hoffentlich den Pot einstreichen können. Zur Berechnung unserer Equity können wir eine einfache Regel anwenden. „Die Mal-2- und Mal-4-Regel“ oder „Die Regel von 4 und 2“.

Diese Regel funktioniert nur am Flop und am Turn, also versuchen Sie nicht, sie im Preflop oder am River zu verwenden, wenn keine weiteren Karten mehr kommen.

Die Mal-2- und Mal-4-Regel (die Regel von 4 und 2)

Am Flop: Multiplizieren Sie die Anzahl der Outs mit 4, um die Pot Equity zu berechnen
Am Turn: Multiplizieren Sie die Anzahl der Outs mit 2, um die Pot Equity zu berechnen

Kehren wir also zu unserem vorherigen Beispiel zurück, in dem wir den Flush-Draw hielten. Dort hatten wir festgestellt, dass wir etwa 12 Outs hatten.

Wir können unsere Pot Equity abschätzen, indem wir die Anzahl unserer Outs (12) mit 4 multiplizieren, weil wir uns am Flop befinden. Das heißt, dass wir eine Chance von annähernd 48 % haben, bis zum River unser Ass oder unseren Flush zu erhalten. Beachten Sie, dass es sich um einen Schätzwert handelt. Die tatsächliche Berechnung ist ein wenig komplizierter. Während einer Hand wollen wir aber keine Zeit dafür aufwenden, den genauen Wert zu ermitteln. Die Mal-2- und Mal-4-Regel (die Regel von 4 und 2) sollte ausreichend genau sein, um am Tisch ausgezeichnete Entscheidungen treffen zu können.

MATHEMATIK: Wenn Sie Mathematik wirklich nicht mögen, können Sie diesen Abschnitt überspringen. Aber für alle, die Interesse haben: Wie genau funktioniert die Mal-2- und Mal-4-Regel (die Regel von 4 und 2)?

Stellen wir uns vor, wir befinden uns am Turn und haben 9 Outs. Das Deck enthält noch 46 unbekannte Karten. Das bedeutet, dass die Trefferwahrscheinlichkeit 9/46 beträgt. Wenn wir annehmen, dass das Deck 50 Karten statt 46 enthält, können wir diese Wahrscheinlichkeit zu 9/50 vereinfachen, was identisch ist mit 18/100 oder 18 %.

Der wahre Wert von 9/46, ausgedrückt als Prozentsatz, ist jedoch 19,5 % und nicht 18 %. Wir müssen die Anzahl unserer Outs also eigentlich mit 2,174 multiplizieren, aber wer findet dafür die Zeit, während gerade eine Hand gespielt wird? Wir ermitteln viel lieber anhand einfacher Zahlen einen geeigneten Schätzwert.

Vorsicht vor unsauberen Outs

Waren Sie schon einmal in einer Situation, in der Sie Ihren Draw bilden, nur um dann jede Menge Chips gegen einen viel besseren Draw zu verlieren? Manchmal können wir nichts tun, so etwas gehört einfach zum Spiel. In bestimmten Situationen kann es jedoch daran liegen, dass wir nicht achtgegeben haben, welche unserer Outs „sauber“ waren. Was meinen wir damit?

Betrachten Sie die folgende Hand und die Zusammensetzung des Boards.


Wie viele Outs haben wir Ihrer Meinung nach in dieser Situation? Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätten wir eine große Zahl von Outs. Wir haben einen Open Ended Straight Draw und einen Flush Draw. Diese Art von Hand kann als „Kombinations-Draw“ bezeichnet werden. Wenn wir das Diagramm oben überprüfen, stellen wir fest, dass wir immerhin 15 Outs haben, die uns auf einen Straight oder Flush verbessern können. Bei zwei dieser Outs können wir uns sogar auf einen Sraight Flush verbessern!

Denken wir trotzdem kurz nach. Wie würden wir uns fühlen, wenn am Turn der Kh aufgedeckt wird? Wir hätten einen Flush, sollten wir also schnellstmöglich unser ganzes Geld einsetzen? Das könnte sich leicht als schlechte Idee erweisen, denn jedes bessere Herz würde uns schlagen. Oder was wäre, wenn wir die 9s sehen würden? Das ganze Geld blockieren und den nächsten Flug nach Las Vegas buchen? Kaum ... jede 10 würde uns hier übertreffen. Es besteht sogar die Chance, dass unser Gegenspieler noch den Flush floppt, was uns in eine ziemlich schlechte Situation brächte.

Wir stehen hier vor dem Problem, dass die meisten unserer Outs „unsauber“ sind. Sie können uns sogar in Schwierigkeiten bringen, wenn die entsprechenden Karten aufgedeckt werden. Wir sind hauptsächlich an „sauberen“ Outs interessiert, was bedeutet, dass sie uns im Falle eines Treffers sehr häufig die beste Hand liefern. Im oben aufgeführten Beispiel wären Karten wie die 4h oder die 9h „saubere“ Outs, weil sie uns den Straight Flush liefern. Wenn die 9h fällt, wird mit der 10h auch ein höherer Straight Flush möglich.

Zusammenstellung

Wenn dieses Konzept für uns neu ist, wird es eine Weile dauern, bevor wir in der Lage sind, es erfolgreich zu implementieren. Im nächsten Schritt auf dieser speziellen Lernkurve denken wir darüber nach, wie unsere Pot Equity mit unseren Pot Odds in Zusammenhang steht. Manchmal können wir uns eine relativ niedrige Pot Equity erlauben, wenn wir hervorragende Pot Odds besitzen. Gesetzt den Fall, dass wir keine besonderen Pot Odds haben (vielleicht bringt unser Gegenspieler einen hohen Einsatz), brauchen wir im Allgemeinen eine höhere Pot Equity, um das Fortfahren zu rechtfertigen. Wenn manches auch zunächst schwierig erscheint, machen Sie sich keine Sorgen. Sie werden es im Laufe der Zeit verstehen und anwenden können ... worauf Sie sich verlassen können!

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Danke, Sie haben uns geholfen uns zu verbessern!

     

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